jedan

Mein Top ist leicht verrutscht. Die eine Brust schaut etwas mehr heraus, dafür ist die zweite etwas mehr verdeckt. Zwei Hunde unterhalten sich unten im Park. Das Rauschen der Autos ist zu hören. Die Uhr auf dem Schreibtisch tickt – tack – tick. Nebenan schaut Natascha fern. Ab und zu verstehe ich sogar einzelne Wörter. Zahlen zum Beispiel. Die Stehlampe macht ein hübsches Licht. Der bunt gestreifte Teppich macht Laune, obwohl meine Knie schmerzen, an meinen Füßen Blasen sitzen und mir der Gedanke Angst macht: ich könnte morgen mit Atemnot aufwachen. Ich hoffe doch mal nicht.

Im Flugzeug saß ich neben einer jungen Familie: Mama, Papa, Sohn. Der Vater hielt den Sohn auf dem Schoß, der just in dem Moment einschlief als die Maschine vom Boden abhob. Kurz vor Ziel schlug er seine Äuglein wieder auf und nuckelte an dem frisch angerührten Etwas in seinem Fläschchen.

Eine angenehme Wärme schlug mir entgegen als ich das Flughafengebäude verließ. Wir fuhren über Straßen, welche bereits gepflügte Äcker säumten. An den Straßen hielten Autos, an deren Flanken Menschen lehnten und warteten? Die ersten heruntergerockten Häuser, die ersten grauen Straßen. An einem lauten Platz stieg ich aus, eine laute Straße lief ich hinauf. Am Kiosk fragte ich, wo ich hin müsse. Die Straße geradeaus an einer riesig großen orthodoxen Kirche? vorbei.

In dieser Straße stehen nur niedrige Häuschen Seite an Seite. Kleine umzäunte Gärten trennen mich von deren Fassaden, in denen kleine Leute sitzen. An einer Ecke geht man Stufen hinunter in ein Café. Das habe ich mir gemerkt. Auf dem Markt verkaufen sie Obst und Gemüse und auch Kleidung und sonstigen Kram. Dahinter liegt die Polizeistation. Hier arbeiten nur Männer. Alle am Rauchen. Durch eine Scheibe kann man ins Büro schauen. Einige sitzen am Eingang auf Plastikstühlen. Einige Frauen dienen dort der Unterhaltung?

Natascha zeigt mir stolz? die Knez Michailova. Ich kenne die Läden. Viele Menschen sind unterwegs, sitzen an Tischen auf Stühlen in der breiten Fußgängerzone, die zum Kalemegdan führt.

Ich biege ab nach Savamala, werde aber kaum fündig. Inzwischen schmerzen die Knie wieder und das Gefühl, wenn ich nicht bald meinem Magen Flüssigkeit und Nahrung zuführe, umzukippen verstärkt sich. Das größte Idea der Stadt: eine herbe Enttäuschung, würd ich sagen. Naja, zumindest gibt es Kefir. Das gab es in Italien nicht. Und Haferflocken, Sojamilch, Bananen und ein Pizzabrot? Das die Straße stark befahren ist, stört mich gerade nur am Rande, viel wichtiger ist, dass ich jetzt mal was esse, und trinke. Ich folge dem 31er zurück zu meiner Bleibe.

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