Erste Eindrücke

Mit Air Serbia hatte ich einen Direktflug von Berlin nach Belgrad gebucht. Vom Flughafen aus fuhr ich mit dem Bus bestimmt eine gute halbe Stunde in die Stadt an durchpflügtem Ackerland vorbei aber ansonsten leerer Landschaft. Die Endhaltestelle: Platz Slavija: laut, groß, chaotisch und schrecklich hässlich. Mit meinem Koffer im Schlepptau nahm ich die Straße den Hang hinauf; aufgebrochener Asphalt, Handyshops und andere Ramschläden, welche die breite Straße säumten. Mein Zimmer liegt direkt neben der Nationalbibliothek Serbiens und nicht weit entfernt von einer der größten orthodoxen Kirchen der Welt, der Hram svetog Save.

Der “alte” Teil Belgrads ist geprägt durch graue, heruntergekommene und unpersönliche Ostblockbauten. Auf Dauer kann einem das schon schlechte Laune bereiten. Nimmt man die Brücke über die Save nach “Neubelgrad”und kämpft sich an der Promenade entlang bis hoch, wo sich Save und Donau treffen, dann kriegt man in Gardos ein ganz anderes Gesicht Belgrads zu sehen. Kleine, verspielte Gassen und Häuser in fröhlichen Farben. Von der Promenade aus hat man einen wunderschönen Blick auf den Fluss und die “große Kriegsinsel”, auf die man sommers auch über eine Brücke Zugang hat.

Aber auch im “alten” Teil Belgrads kann man schöne Ecken entdecken, wenn man ein bisschen sucht. In Savamala, ein Stadtteil, welcher sich hinter dem Bahnhof erstreckt, findet man einige nette Cafés, Bars und Clubs mit immer wieder schönen Veranstaltungen. Oder auch im Industriegebiet Dorcol. Dort findet man etwas versteckt in einem Hinterhof das ‘Dorcol Platz’. In einer großen offenen Fabrikhalle sowie im angrenzenden Hof kann man gemütlich sitzen, Kaffee trinken und seine Kinder im durchdesignten Indoorspielplatz direkt nebenan austoben lassen.

Ein wenig weiter im Südosten der Stadt, nicht weit vom Kalenic-Markt, findet sich ein anderer hübscher Veranstaltungsort: das Topolska 18. Sonntags kann man dort den ganzen Tag verbringen. Gemeinsam wird Musik gehört, gegrillt, getrunken und am Abend Filme geschaut. An den Wänden hängen Fotos. An der Bar bieten sie Bier aus Katalanien. Die Leute, die den Laden betreiben, sind mit Herz dabei.

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